Sportkonzept 2030

23. Juni 2020 Frederic Frucht

Wir wollen unsere Sportstadt zukunftsfähig machen. Deswegen stellen wir Ihnen hier unser Sportkonzept 2030 vor.


1. Ausgangslage

Die Stadt Nettetal hat in den zurückliegenden 10 Jahren über die laufende Förderung des Sportes hinaus ein Investitionsprogramm von 1 Million Euro abgewickelt. Diese Investitionen liegen allerdings im Schwerpunkt einige Jahre zurück. Überwiegend wurde dabei die Umrüstung von Fußballfeldern auf Kunstrasen gefördert.

Daneben hat die Stadt eine Doppelturnhalle in Kaldenkirchen errichtet. Daneben läuft derzeit das Antragsverfahren beim Stadtsportverband für eine Modernisierung von Sportanlagen in Nettetal aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“. Hier geht es am Ende um eine mögliche Landesförderung von mehr als 500 000 Euro für Maßnahmen in Nettetal. Es ist also einiges passiert – es soll aber noch deutlich mehr passieren.

In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass unter dem Eindruck der Veränderungen in unserer Gesellschaft neue Anforderungen an Sportvereine und die Organisation von Sport gestellt werden. Die großen Nettetaler Sportvereine haben sich in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Stadtsportverband mehrfach über diese Veränderungen unterhalten und dazu auch Ideen entwickelt. Diese Ideen sind auch in das Sportkonzept Nettetal 2030 der CDU Nettetal eingeflossen, das die CDU in der letzten Woche beschlossen hat.

2. Die veränderten Trends und Anforderungen an den Sport

Die Anforderungen an die Sportvereine in Nettetal verändern sich in den nächsten Jahren weiter. Drei Trends, die der Landessportbund identifiziert hat, sind auch für Nettetal maßgeblich:

  1. Immer mehr ältere Menschen wollen sich sportlich betätigen und aktiv bleiben. Das geht nicht immer in den früher ausgeübten Sportarten. Es kommt darauf an altersgerechte Angebote auszubauen. Hierzu braucht man veränderte Hallenkonzepte (vor allem kleinere Gymnastikhallen zusätzlich zu den Ballsporthallen), neue Sportarten oder Abwandlungen von Sportarten, gut geschulte Übungsleiter mit sehr vielfältigen Qualifikationen, vom Rehasport bis zu Spezialqualifikationen für bestimmte Sportangebote: ein breites Feld, aber auch eine echte Aufgabe für eine gute Vereinsarbeit in den Stadtteilen.
  2. Es gilt, Kinder und Jugendliche schon früh an Bewegung und Sport heranzuführen. Dies geschieht zum Teil in Kitas und Schulen. Hier übernehmen Vereine auch zum Teil schon heute wichtige Aufgaben in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen (ob im offenen Ganztag an den Schulen oder auch an der Schnittstelle von Kita zu Schule – Stichwort: Modellprojekt „Bewegungsfreundliche Bildungsdreiecke“ des Kreissportbundes in Lobberich). Wichtig ist aber auch, dass die Vereine schon für die Kleinsten, ggf. auch für Eltern und Kind-Angebote, attraktiv sind oder noch stärker werden. Auch dazu sind vor allem Hallenzeiten notwendig. Das ist ein Engpassfaktor in Nettetal. Unsere Hallen sind durch bestehende Angebote und Schulen voll ausgelastet.
  3. In der großen Altersgruppe der jungen Erwachsenen bis hin zu den 60-jährigen können nicht nur klassische Ballsportarten an Vereine binden. Es gibt auch vielfältige Angebote in Fitness-Studios, die ihre Berechtigung und ihre Nachfrage haben. Gesucht sind aber auch neue Angebote im Vereinssport. Denn viele Vereinsmitglieder wollen auch dann weiter miteinander Sport betreiben, wenn sie ihren ersten Sport möglicherweise nicht mehr betreiben können oder wollen (Fußball/Handball). Zugleich kommt es uns darauf an, hier Wettkampfbetrieb weiterhin auf gutem Niveau zu ermöglichen. Da wo es möglich ist, sollten auch Leistungssport-Angebote gestärkt werden. Immerhin haben wir in Nettetal ja tolle Spitzenleistungen (nicht nur im Taekwondo).

3. Es kommt jetzt darauf an, die Sportstadt Nettetal zukunftsfähig zu machen.

Fast jede vierte Nettetalerin oder Nettetaler ist in einem Sportverein organisiert. Das sind gut 10 000 Menschen. Sport ist damit nicht nur eine wichtige Möglichkeit, die eigene Gesundheit, Lebensfreude und den eigenen Erfolg zu fördern, sondern auch ein bedeutender Faktor bürgerschaftlichen Engagements. Sportvereine geben Heimat, bieten Miteinander und Perspektiven. Diese Funktion haben viele gerade in den letzten Monaten besonders schätzen gelernt (durch die drastischen Beschränkungen infolge der Bekämpfung der Corona-Pandemie; aber auch durch den sehr kreativen Zusammenhalt, den es in Vereinen und Gruppen trotzdem oder gerade deshalb gegeben hat). Umso mehr freuen sich viele jetzt, einander wieder im Sport zu begegnen.

Zu den Aufgaben der Stadt gehört es, im Rahmen des finanziell möglichen gute Rahmenbedingungen zu bieten. Es gibt zum Beispiel eine Reihe von Sporthallen, bei denen ein mehr oder weniger großer Sanierungs- oder Modernisierungsbedarf besteht. Als Ersatz für die Turnhalle am Sassenfelder Kirchweg ist eine neue Gymnastikhalle in dem benachbart geplanten Ärztehaus vorgesehen.

Zur Stabilisierung der Schwimmangebote ist mit dem baldigen Baubeginn des neuen Sportschwimmbeckens in Breyell zu rechnen. Hier haben wir in den letzten Wochen gesehen, was für eine Bedeutung ein solches Angebot hat. Der vorgestellte Entwurf ist wirklich sehr gelungen. Und gerade die unterschiedlichen Nutzungen, die dort möglich sein werden, setzen die Anforderungen vorbildlich um: vom Babyschwimmen über Schwimmen für Grundschüler bis hin zu Wassergymnastik. Das zeigt das ganze Spektrum dessen, was wir im Sport anbieten oder ermöglichen müssen.

Daneben gibt es zwei weitere Nettetaler Erfahrungen, die in das Sportkonzept 2030 einfließen sollen:

  • Sport ist ein hervorragender Integrationshelfer. Viele Vereine haben Menschen aus aller Welt immer wieder geholfen, sich hier bei uns zu Recht zu finden, die Sprache zu lernen, mit anderen gemeinsam aktiv zu sein, vor allem im Bereich von Kindern und Jugendlichen. Hier wollen wir noch bessere Rahmenbedingungen schaffen, damit Integration gelingt.
  • Sport – gerade auch in Zusammenarbeit mit den Vereinen – bildet ein immer wichtigeres Rückgrat der Nachmittagsbetreuung in den Schulen. Vieles geschieht hier schon, aber Anforderungen und Nachfrage steigen durch den Ausbau von Ganztagsangeboten Hierzu müssen wir als Stadt die erforderliche Infrastruktur in allen Stadtteilen schaffen.

Das alles zeigt: es gibt vielfältige und erhebliche Handlungsnotwendigkeiten für ein Sportkonzept 2030.

4. Das Sportkonzept 2030: Unser Weg zur Sportstadt Nettetal

Wir wollen unmittelbar nach der Kommunalwahl am 13. September mit Vertretern von Stadtsportverband, Vereinen und Verbänden in Gespräche für eine grundlegende Weiterentwicklung der Sportstadt Nettetal eintreten.

Dabei soll es – um wenigstens einige Beispiele zu nennen – unter anderem um folgende Themen gehen:

  1. Weiterentwicklung und Belebung des Stadions in Lobberich und seines Umfeldes
  2. Neuausrichtung der Leichtathletikangebote in Nettetal
  3. Perspektiven für Fußball- Jugendangebote in Nettetal
  4. Neue Wege der Kooperation und Feststellung weiterer Investitions- und Sanierungsbedarfe in allen Bereichen des Sports

Dieser Katalog ist nicht abschließend.

Für einige Sportangebote in der Stadt Nettetal ergibt sich möglicherweise weiterer Bedarf an Sanierungen und Investitionen. Dieser sollte sowohl im Bereich der Sporthallen (Modernisierungen, Reduzierung des Unterhaltungsstaus) als auch von Sportanlagen  identifiziert und mit dem Stadtsportverband aufgearbeitet werden.

Dabei sollten die Sportvereine nicht nur eng einbezogen werden, sondern auch ermutigt werden, neue Wege von Kooperation zu gehen. Dies sollte die Stadt auch finanziell im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Auch die neuen Anforderungen im Bereich von Ganztagsangeboten bieten Chancen für den Sport, sich einzubringen. Hier sehen wir aber auch die Stadt Nettetal als Schulträger mit in der Verantwortung, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu erhalten.

Wir haben in den letzten Jahren in der Stadt Nettetal gut gewirtschaftet. Jetzt müssen wir trotz oder gerade wegen Corona die daraus entstehenden Möglichkeiten nutzen, um in die Zukunft unserer Stadt zu investieren. Nettetal soll noch mehr als bisher eine Sportstadt werden.

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