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Montag, 22. Juli 2013

Nettetals CDU Frauen besuchen Frauenhaus in Viersen

Von: Frauen Union Nettetal

Eine seltene Gelegenheit bot sich den Vorstandsfrauen der Frauen Union Nettetal in dieser Woche: Sie erhielten die Erlaubnis, sich einmal im Frauenhaus Viersen umzusehen und hatten eine Menge Fragen im Gepäck. Die Leiterin der Einrichtung, Maria Rottbeck, empfing die Abordnung mit Holundersaft und eigens zubereitete Teigtaschen am freundlich gedeckten Tisch in der Gemeinschaftsküche. Fast 1,5 Stunden stand sie mit ihrem Team Rede und Antwort.
Die ausgebildete Diplom-Sozialarbeiterin ist zusammen mit der Hauswirtschafterin Renate Jacobs bereits seit 20 Jahren für Frauen und Kinder in Not da. Unterstützt wird sie von Sigrid Nolde (Diplom-Sozialpädagogin) und Renate Ackermann, die sich als Erzieherin um die Kleinen kümmert. Im Frauenhaus, dessen Adresse geheim ist, wird Frauen mit oder ohne Kindern bekanntlich vorübergehend Zuflucht vor seelischen und/oder körperlichen Misshandlungen gewährt. Eine Aufnahme ist rund um die Uhr möglich, obwohl die Mitarbeiterinnen normale Arbeitszeiten haben und abends/nachts sowie am Wochenende nicht anwesend sind. Die Frauen kümmern sich dann selbst um Neuankömmlinge und um den Telefondienst. Diese kommen nur selten aus dem Kreis Viersen, sondern eher aus der weiteren Umgebung. Dies ist notwendig, damit ihre Anonymität gewahrt bleibt. Denn sie wollen sich ja ungehindert und ohne Angst auch im Stadtgebiet bewegen können, beispielsweise für Einkäufe. Der Entschluss zum Gang ins Frauenhaus setzt voraus, dass die Frau alles hinter sich lassen und einen Neuanfang wagen muss. Die Arbeitsstelle muss aufgegeben werden, die Kinder müssen die Schule/den Kindergarten sowie Freunde und das gewohnte Umfeld verlassen. Daher steht die überwiegende Mehrzahl der Frauen ohne Einkommen, Kleidung und Hausrat vor der Tür. Das Frauenhaus hilft den Frauen bei Behördengängen, z.B. Beantragung von SGB II (Hartz IV) und Suche nach einer neuen Wohnung bzw. Arbeitsstelle sowie Schule/Kindergarten für die Kleinen, aber auch bei sprachlichen Schwierigkeiten (etwa 25 % der Betroffenen hat Migrationshintergrund). Jede Frau hat ein eigenes Zimmer mit Bad für sich und ihre Kinder. Daneben gibt es drei Küchen, ein großes gemeinschaftliches Wohnzimmer und einen Garten mit einem hochwertigen Klettergerüst und allerlei Spielsachen für die Kleinen. Darüber hinaus bietet das Haus den Kindern noch ein Spielzimmer, fast schon Turnsaal, wo sie ihren Emotionen nachgeben und toben können. Fast schon ein Mini-Kindergarten – bestens ausgestattet -befindet sich außerdem im Obergeschoss, wo Renate Ackermann viel mit den Kindern malt und spricht. Ferner findet sich in der angrenzenden Räumlichkeit eine moderne große Inselküche mit zwei Koch/Spülstellen und großem Esstisch. Hier wird jeden Dienstag mit Frau Jacobs gemeinsam gekocht, zugleich Gelegenheit, sich zwanglos auszutauschen und Probleme zu besprechen. Ansonsten versorgen sich die Bewohnerinnen selbst. Sie sind autark und haben ihr eigenes Einkommen, siehe oben (z. B. SGB II). Das Frauenhaus ist allerdings keine lang- oder mittelfristige Lösung, sondern dient zunächst der Bewältigung der akuten Krisensituation. Frau Rottbeck und Frau Nolde besprechen in ihren Büros mit den Betroffenen, wie sie Unterstützung und Beratung bei rechtlichen, gesundheitlichen und finanziellen Problemen geben können, dies unabhängig davon, ob die Frauen anschließend in eine eigene Wohnung oder in ihr bisheriges Leben zurückkehren. Auch nach Verlassen des Hauses ist Frau Nolde noch für die „Nachsorge“ zuständig, falls die Frauen dies wünschen. Ansonsten gestalten sie ihren Alltag selbständig. Die Verweildauer liegt zwischen 1 Tag und 3 Monaten. Das Frauenhaus steht unter der Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen. Finanziert wird es durch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Unterkunftskosten trägt die jeweilige Herkunftsgemeinde der betroffenen Frauen. Dankbar ist die Crew um Frau Rottbeck für die vielen Spenden, die das Haus in Viersen sehr modern, komfortabel und gemütlich machen, so zum Beispiel die große Inselküche oder das Klettergerüst.
Die CDU Frauen verließen das Frauenhaus beeindruckt von der Freundlichkeit, Kompetenz und dem Engagement der Mitarbeiterinnen, wie sie Bewohnerinnen verständnisvoll auffangen und versuchen, Ruhe und Stabilität in ihr Leben zu bringen und einen Neuanfang zu vermitteln. „Wir finden es wichtig, die exzellente Arbeit dieser Schutzeinrichtung für Frauen und Kinder mehr bekannt zu machen und offene Fragen zu beantworten, Daher planen wir eine offene Folgeveranstaltung an einem neutralen Ort in Nettetal“, so das Resümee der FU-Vorsitzenden Gaby Glatz.