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Dienstag, 29. November 2011

Frauen Union Nettetal besucht HPZ in Breyell

Von: Frauen Union, Eberhard Lange

Neue Herausforderung Inklusion – Gespräch mit Mitarbeitervertretern

Nettetal. „Wir haben heute Nachmittag sehr viel gelernt und erfahren, dass auch das Heilpädagogische Zentrum vor neuen Herausforderungen steht. Wir werden Sie dabei, soweit es uns möglich ist, bei unserer politischen Arbeit unterstützen.“ versprach Gaby Glatz, Vorsitzende der Frauen Union Nettetal am Freitagnachmittag zum Abschluss des Besuchs im Heilpädagogische Zentrum (HPZ) in Breyell, Am Bahndamm 17.

Die Frauen erfuhren, dass in Breyell 400 behinderte Mitarbeiter und 70 Angestellte beschäftigt sind. Aufträge für über 700 Kunden werden in Breyell erledigt. „Das HPZ ist damit größter Arbeitgeber in Nettetal und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.“ unterstrich Werkstattleiter Hans Peter Braf, der gemeinsam mit dem für die Rehabilitation verantwortlichen Leiter Rainer Zanders und den Mitarbeitervertretern Katharina Ligius und Adolf Finken durch die Werkstätten führte.

Neu war für die Besucherinnen, dass im HPZ Breyell auch 30 Schwerstbehinderte in vier Gruppen der Tagespflege betreut werden. Katharina Ligius und Adolf Finken erläuterten die Kantine und den Sportraum. Sie unterstrichen: „Die große Kantine wird von den behinderten Mitarbeitern in Eigenleistung bewirtschaftet. Auf die Speisepläne nimmt die Mitarbeitervertretung Einfluss. „Da fließen die Wünsche unserer Kollegen ein.“

Dicke Bretter und filigrane Aromafläschchen

Die Vielfalt der Arbeit wurde während des Rundgangs deutlich. In der Schreiner waren 25 Mitarbeiter dabei dicke, schwere Holzbohlen zu Paletten für die Stahlindustrie (Thyssen-Krupp) zu verarbeiten. In einer anderen Werkstatt wurden Designprodukte für die Schweiz hergestellt.

Der Duft von Aromafläschchen war in einem weiteren Raum zu schnuppern. „Seit Ostern haben wir mehr als 40 Millionen Back-Aromafläschen hier für unsere Kunden verpackt. Es wird kein Geschäft, keinen Supermarkt und keinen Discounter in Deutschland geben wo die Backaromafläschen nicht aus Breyell kommen.“ bemerkte

Hans Peter Braf, der das Hochregallager erläuterte: „Von hier aus werden für Kunden Bestellungen ionnerhalkb von 24 Stunden ausgeführt. Wir stehen im Wettbewerb und müssen mithalten. Das können wir auch. Wir müssen uns am Markt behaupten, wir geben Angebote ab und bekommen auch schon mal Absagen.“ Rainer Zanders: „Wir appellieren an Kunden, Arbeitgeber und Auftraggeber uns vom großen Kuchen Arbeit ein Stück abzugeben. Wir brauchen Arbeit für die Behinderten.“ Die geeignete Form der Teilhabe an der Arbeitswelt ermöglichen in der Stadt Krerfeld und dem Kreis Viersen neun HPZ Werkstätten für rund dreitausend Mitarbeiter. Zanders: Der Bedarf an Arbeitsplätzen steigt: 1980 waren es im Kreis Viersen und in Krefeld noch 350, im Jahr 2011 sind es mehr als zweitausend.

Inklusion und Kostendruck

Das HPZ steht vor neuen Herausforderungen. Die UN Konvention sieht vor, dass Behnderte zwischen speziellen Schulen bzw. Werkstätten oder aber auch zwischen Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt wählen können. Seit einigen Jahren sind 16 Arbeitsplätze ins städtische Krankenhaus ausgelagert. HPZ Mitarbeiter arbeiten dort sowohl in der Gartenpflege als auch im Haus, z.B. dem Schiebedienst. Das HPZ habe in den letzten Jahr 70 Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können. „Unsere Mitarbeiter bemerken, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt ein anderer Wind weht. Manche kommen wieder zurück in die Geborgenheit unserer Werkstätten. Arbeitgeber müssen sich auf die sozial-emotionale Bedürftigkeit der Behinderten einstellen. Das HPZ ist bemüht, allen die einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt wünschen ach einen bereitzustellen. „Es ist eine Herausforderung.“ unterstrich Zanders, der die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Kindertraum lobte und die neuen Arbeitsplätze in der Dorenburg erläuterte. „Das ist noch im Aufbau, aber sehr vielversprechend.“

Nach dem Rundgang hatten die Frauen eine Fülle von Fragen: z.B. Wohnen die Mitarbeiter in ihren Familien? Antwort: Etwa 50 v.H.wohnen in Wohnstätten der Lebenshilfe, die anderen bei ihren Familien. Wir große ist der Werkstattrat? Antwort: Acht Mitarbeiter in Breyell., Wie macht sich der Verlust des Zivildienstes bemerkbar? Antwort: Der Verlust war spürbar. Inzwischen sind 25 Stellen für FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr) eingerichtet, davon sind 18 besetzt.

Nach gut zwei Stunden dankte Gaby Glatz und stellte fest: „Es war ein sehr interssanter Nachmnittag. Wir sind beeindruckt.“