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Dienstag, 06. Oktober 2015

Flüchtlinge in Nettetal, Eindrucksvolle Veranstaltung der Senioren-Union

Von: Senioren Union Nettetal

Mehr als 60 Mitglieder der Senioren-Union lauschten konzentriert den Ausführungen von Ina Prümen-Schmitz und Wilfried Niederbröcker über die Flüchtlingssituation in Nettetal. Die Senioren-Union Nettetal wollte mit ihrer Veranstaltung profundes Hintergrundwissen und Verständnis fördern, aber auch die Grundwerte ins Bewusstsein bringen, zu denen sich die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes verpflichten. Eindrucksvoll gelang dies den beiden Referenten.

Die Leiterin des Nettetaler Sozialamtes vermittelte hoch kompetent und anschaulich die Aufgaben, vor die die Stadt in den vergangenen Monaten gestellt worden ist. Sie habe die Pflicht zur Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge, die kurzfristig binnen weniger Stunden und oft nachts vor dem Rathaus ankämen. Die Kurzfristigkeit und Weisungsgebundenheit der Stadt, die Unterscheidung von dauerhaft zugewiesenen Flüchtlingen und erstmals zu registrierenden, die zum Teil zwei Tage vorher noch auf dem Bahnhof von Budapest kampierten, das seien große Herausforderungen für alle Mitwirkenden. Ina Prümen-Schmitz fesselte in ihren kompetenten Ausführungen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit den vielen Facetten des Problems: die Suche und Herrichtung von Standorten für die Aufnahme von Flüchtlingen, die Bedeutung der Herkunftsländer, die vielfältigen logistischen Herausforderungen und die Verknüpfung der städtischen Tätigkeiten mit dem unentbehrlichen ehrenamtlichen Engagement.

Hierzu informierte Wilfried Niederbröcker, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Fördervereins „Flüchtlingshilfe Nettetal“. Er griff zunächst die Verankerung des Asylgedankens im Grundgesetz auf, mit dem schon die Vorsitzenden Greta van der Beek-Optendrenk die Thematik zu Beginn der Veranstaltung eingeleitet hatte. Niederbröcker vermittelte eine Vorstellung von der rechtlichen Situation der Flüchtlinge. Die Unterschiede im Status bestimmen die Möglichkeiten, ihren Alltag zu gestalten. Die unterschiedlichen Chancen zu bleiben und Lebenslage der Flüchtlinge und ihrer Familien zu Hause belasten die Asylsuchenden. Im Mittelpunkt von Niederbröckers Ausführungen standen Organisation und praktische Arbeit des Fördervereins zur Vermittlung von Kenntnissen der deutschen Sprache. Sie ist Voraussetzung für alle Integration, für das Kennenlernen des Alltags, aber auch für die Grundwerte des Aufnahmelandes.

Die Bedeutung des Ehrenamtes wurde auch bei den anschließenden Fragen deutlich. Worin sind die Orientierungsprobleme der Flüchtlinge begründet? Was bedeutet ein Handy für sie? Wie lassen sich Konflikte zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen und Herkunftsländer vermeiden? Gibt es Probleme hinsichtlich der Stellung der Frauen? Wie ist die Krankenversorgung? Hierzu stellte Ina Prümen-Schmitz an vielen Beispielen dar, wie der Umgang mit den Ankömmlingen auch für die Aufnehmenden ein stetiger Lernprozess ist. Hinzugelernt haben auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, deren große Zahl bei einem Termin in den Ferien auch die Organisatoren überraschte.