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Dienstag, 24. März 2015

Besuch im Hospiz Haus Franz

Ein freundlicher Empfang erwartete uns zu Beginn unserer Information über das Haus Franz in Dülken. Natürlich hatten wir ein mulmiges Gefühl, das uns Schwester Sybille aber sogleich genommen hat mit ihrer ruhigen und ausgeglichenen Art, uns die Arbeitsweise und Abläufe im Hospiz zu beschreiben.

Entstanden ist die Einrichtung aus dem Nachlass der Eheleute Franz, die in ihrem kleinen Einfamilienhäuschen lange Zeit neben dem Bodelschwingh-Altenheim in der Nachbarschaft lebte. Nach Umbau wurde dieses am 01.03.2003 fertig gestellt und bietet 10 Plätze an – üblich sind 6 bis 8 Plätze für ein Hospiz. Diese 10 Zimmer sind nebeneinander ebenerdig angeordnet, hell und freundlich eingerichtet und haben alle eine Terrasse, so dass im Sommer die Möglichkeit besteht, die Gäste – ggf. mit dem Bett - nach draußen unter einen Sonnenschirm zu fahren.

Die „Gäste“ werden durch 14 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter examinierte Krankenschwestern und Krankenpfleger, Krankenpflegehelfer etc. liebevoll betreut. Mit Frau Aengenvoort steht eine diplomierte Sozialpädagogin als Trauerbegleitung zur Verfügung, mehr für die Angehörigen als für die Gäste. Alle Angestellten haben eine zusätzliche Palliativausbildung. Hinzu kommen zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter, die nach eine Ausbildung helfen, indem sie den Gästen vorlesen, mit ihnen erzählen, singen, spielen, spazieren gehen, jeweils soweit ihre Erkrankung dies zulässt. Darüber hinaus steht das ein Ärzteteam zur Verordnung erforderlicher Medikamente zur Verfügung.

Wann geht man in ein Hospiz? Aufgenommen werden Menschen, die – so der Gesetzgeber – in „absehbarer Zeit“ versterben. So schwankt die Verweildauer der Gäste zwischen 10 Minuten und 13 Monaten. Haus Franz ist eines der wenigen Hospize, das auch Gäste ohne Tumorerkrankung aufnimmt, nämlich solche, die bewusst eine weitere Dialyse, künstliche Ernährung oder ähnliches ablehnen.

Aufgabe der Einrichtung ist es, dafür zu sorgen, dass es den Gästen im Rahmen ihrer Erkrankung gut geht, also keine Schmerzen, keine Angst, keine Übelkeit. Jedoch werden keinerlei lebensverlängernde Maßnahmen unternommen. Angehörige haben rund um die Uhr die Möglichkeit, anwesend zu sein. Hierfür steht eigens ein Schlagzimmer mit Bad zur Verfügung.

Schwester Sybille gab uns Einblick in viele Fälle der letzten Jahre, die hier unerwähnt bleiben sollen. Wir alle – insgesamt 14 Personen – gingen mit einem beruhigten Gefühl nach Hause, beeindruckt von dem liebevollen Umgang des Personals mit den Gästen und der freundlichen und friedlichen Atmosphäre des Hauses.