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Mittwoch, 29. April 2015

Kindertraum im Gespräch mit CDU

Von: CDU Stadtverband Nettetal

Nettetal „Die Effizienz der Arbeit des Vereins Kindertraum ist unproportional zu seinem Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung“,so begrüßte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Boyxen die dreißig Interessenten im Bürgerhaus, darunter den Vorsitzenden Ludger Peters, dessen Vorstandskollegen Elvire Kückemanns und Antonius Kiwall sowie die Mitarbeiter Diplom Sozialpädagogin und pädagogische Leiterin Nicole Crom und den Leiter in der Dorenburg, Jan Barendsma, sowie den ersten Beigeordneten Armin Schönfelder. In der Tat war für viele der Werdegang und die derzeitige vielfältige Arbeit des vor zwei Jahrzehnten gegründeten Vereins nicht so bekannt, aber nicht weniger beeindruckend.

In der Diskothek habe man den Politikern die Idee vorgestellt, nachdem man sich zuvor in Kamp-Lintfort „bei einem Muster“ schlau gemacht hatte. Im Landtag habe man das Projekt vorgestellt. Ludger Peters erinnerte an die Anfänge im Kindergarten an der Severusstraße, heute Inkita, die sich anschließende Frage, wie es denn weitergehen könne. Gemeinschaftsgrundschule und Gesamtschule folgten. Es wurden sonderpädagogische Gruppen gebildet bis zu sechs Schülern. Auch die Hauptschule bildete sonderpädagogische Fördergruppen. Im Jahr 2006 wurden erste Schüler entlassen. In der Behindertenwerkstatt fühlte sich Sohn Julian nicht wohl, durchaus aber bei der Arbeit in der Jugendherberge. Durch Vermittlung von Uwe Schummer MdB entschied Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, daß eine Beschäftigung behinderter Mitarbeiter dauerhaft möglich wurde. Es gab schließlich eine Auszeichnung für die sechs Tätigen in der Jugendherberge in Hinsbeck durch den Landschaftsverband. Auch in der Jugendherberge in Brüggen arbeiten inzwischen sechs Behinderte. Sehr erfolgreich verläuft die Tätigkeit von fünf behinderten Menschen im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath. Antonius Kiwall betonte die Wirtschaftlichkeit für den Kreis Viersen. Bei allen Arbeiten gehe es zügig voran. Hätte man die Arbeit an Firmen vergeben, würde es teurer. Im Schulzentrum in Kaldenkirchen sind zwei junge Erwachsene als Assistenten beim Hausmeister tätig. Der Verein Kindertraum ist Träger der OGS Kaldenkirchen mit der fachlichen Betreuung 8 bis 13. Auch hier ist eine junge Frau mit Behinderung beschäftigt. In der GGS Kaldenkirchen, KGS Hinsbeck, der Gesamtschule Nettetal und der Sekundarschule Grefrath betreut der Verein behinderte Schüler.

Seit 15 Jahren wird in Kaldenkirchen ein Second Hand Laden mit zwölf ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben, sie sind fast alle von Anfang an dabei. Geschenkte Ware wird zu sehr günstigen Preise verkauft. Beim Verein sind 31 Mitarbeiter beschäftigt.

Ludger Peters betonte, es müsse ein Ende der Bevormundung von Eltern behinderter Menschen geben. Er bat die Politiker, sich dafür einzusetzen, endlich einer Umschichtung von Geld für Inklusionmaßnahmen einzusetzen. Nach einer intensiven Diskussion bedankte sich Jürgen Boyxen für die komprimierte Vorstellung, wie man mit behinderten Menschen umgehen soll. Es gelte, den Wert des Menschen zu schätzen.

Der Vorsitzende des Vereins Kindertraum unterstrich: “Wir haben nicht nach Problemen gesucht, sondern nach Lösungen!“ Sohn Julian erhielt Beifall, als er zu verstehen gab, Vertrauen in die Politik zu haben!

Jürgen Boyxen abschließend: “Wir wollen die Informationen weiter transportieren.“

Der Verein Kindertraum gab bekannt, dass er die Übernahme des Bürgerhauses in Kaldenkirchen prüft. Es habe Gespräche mit den Mitgliedern des Vorstandes des Bürgervereins Kaldenkirchen als derzeitigem Verwalter und mit dem Bürgermeister - die Stadt ist Eigentürmerin – gegeben. Bekanntlich handelt es sich um einen preußischen Funktionalbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, dem ehemaligen Hauptzollamt. Der Entwurf wird einem Schüler Karl Friedrich Schinkels zugeschrieben. Der Denkmalwert des Gebäudes soll erhalten bleiben. Man könnte sich im Untergeschoss die Einrichtung einer originalen Brasserie vorstellen. In den Geschossen darüber stellt man sich die Einrichtung von Appartements für Menschen mit Behinderung vor.

Zur Zeit wird von Fachleuten geprüft, ob die Pläne generell zu verwirklichen sind.