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Dienstag, 16. März 2010

"Der Stoff aus dem die Träume sind!" Frauen Union Nettetal sprach mit Drogenberatung

Von: Frauen Union

Im Kaminzimmerdes historischen Weyer Kastell in Breyell beschäftigte sich die Frauen Union Nettetal mit dem Thema Drogenberatung und "Der Stoff aus dem die Träume sind". Referent war Hans Josef Kampe, Vorsitzender der Suchtberatung für den Kreis Viersen "Verein Kontakt - Rat Hilfe e.V."

Nettetal. Mit einer weißen "Koks-Linie" schockierte Hans-Josef Kampe, Vorsitzender der Suchtberatung für den Kreis Viersen "Kontakt-Rat-Hilfe e.V." im historischen Kaminzimmer des Weyer-Kastell in Breyell die Frauen Union (FU). Die hatte zum Thema "Der Stoff, aus dem die Träume sind " eingeladen und "Das Interesse an dem Thema ist da. Das beweist dieser Abend." stellte FU Vorsitzende Gaby Glatz fest. Etwa 20 Frauen waren gekommen - und sie hatten eine Fülle von Fragen., Dass die weiß0e "Koks-Linie" nur Mehl war, das hatten sie nicht anders erwartet. Kampe hatte damit aber die Aufmerksamkeit der Frauen geweckt. Er stellte die Drogenberatung im Kreis Viersen vor und machte anhand von Zahlen deutlich: "Nicht nur bei illegalen Drogen lauern große Gefahren: Legale Drogen wie Alkohol, Zigaretten aber auch Medikamenten bergen erhebliche Suchtpotentiale, führen häufig zu Abhängigkeit, Krankheit, sozialem Ruin und auch oft zum Tod. Immer häufiger führe auch das Glücksspiel zur Abhängigkeit. Wuchtig sei es die Abhängigkeit oder den weg dorthin zu erkennen, darüber zu sprechen und zur Beratung zu gehen. 40.000 Alkoholtote in Deutschland sollten allen die diese Droge verharmlosen zu Denken geben. Mehr als eine Million Alkoholabhängige in Deutschland stünden 380.000 Cannabis-Abhängige gegeben über. Erschreckend die hohe Zahl von Medikamentenabhängiger. Wegen der hohen Dunkelziffer wird die zahl mit 1,4 bis 1,9 Millionen angegeben. Bei Medikamentenabhängigkeit sei die Zahl der Frauen mit 70 v.H. Viel zu hoch. Die Drogenberatung im Kreis Viersen sei durch das "Eine Hand Prinzip" in den letzten zehn Jahren effektiver geworden. Bis vor zehn Jahren hätten sich fünf Vereine im Kreis um Drogenberatung und Suchtprävention gekümmert. "Es gab zu viele Doppelberatungen. Vernetzung fand nicht statt." so Kampe. Seit 10 Jahren sie alles im Verein Suchtberatung "Kontakt-Rat-Hilfe e.,V." zusammen gefasst. 822 Klienten hatte die Suchtberatung im Jahr 2007, 852 im Jahr 2008. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Aber: Die Zahlen steigen! Die Hilfe wird möglichst Bürgernah angeboten. In der Hauptstelle Dülken, Kreuzherrenstraße 17, und in den Außenstellen Kempen, Willich und Nettetal-Lobberich, Süchtelner Straße 1. Seit Julim2008 sei die Suchtberatung auch Träger eines Psychosozialen Wohnheims. Von den 20 Bewohnern habe 80 v.H. Eine Suchtproblematik. Sie wurden durch abstinenz-orientierte Angebote der ambulanten und stationären Suchtkrankenhilfe nicht mehr erreicht. Im Wohnheim wird ein heimbegleitendes, frequenzunabhängiges Angebot umgesetzt. "Über Absicherungder Basisversorgung, medizinische Grundversorgung, tagesstrukturierende Maßnahmen und Freizeitgestaltung der Bewohner werde diese, nicht aber zwingendman eine Konsumreduktionoderr gar an eine Anbstinenzentscheidung herangeführt." so Kampe. Das wichtigste Ziel, die Betroffenen wieder zu einem eigenverantwortlichen, selbstbestimmten heranzu8führenl, Als "Erfolgsstory " berichtete er vom "Betreuten Wohnen." Inzwischen lebten schon 14 frühere Suchtbetroffene in eigenen Wohnungen. Wohnungsgesellschaften die zunächst dem Projekt noch skeptisch gegenüber standen arbeiteten inzwischen positiv mit. Zum Schluss gab es eine Fülle von Fragen: Wie erkennt man Sucht in Familie, Bekannten -und Freundeskreis? Was kann man tun? Kampe: Das Sozialverhalten der Betroffenen ändert sich. Angehörige bemerkten dies als erstes. Sie sollten sich beraten lassen. Die Suchtberatung könne den Familien Hilfen anbieten, Tipps zum Umgang mit den Suchtkranken geben,. Allerdings: Therapien helfen nur wenn sie auf freiwilliger Basis erfolgen, Auch die Drogenberatung habe schon scheinbar hoffnungslose Fälle erlebt: So ein Alkoholkranker der schon an 15 Therapien teilnahm. "Wenn die Erkenntnis beim Betroffenen da ist, dass er sich selber schadet und nur selber durch Verzicht helfen kann, dann ist der Weg aus der Sucht möglich." Zur Vorbeugung (Profilaxe) gehe die Sichtberatung schon in Kindergärten und Grundschulen. "Lehrer als Multiplikatoren gewinnen. Sie können der Sauerteig für eine drogenfreie, zumindest suchtarme Gesellschaft sein, Eltern und Großeltern werden über schulische Veranstaltungen erreicht. "helfen sie mit. Geben sie Betroffenen unsere Adresse." schloss Kampe. Gaby Glatz versprach: Das werden wir tun., Die Frauen Union bleibt am Thema. cle siehe Foto: Im Kaminzimmerdes historischen Weyer Kastell in Breyell beschäftigte sich ndiefrauen Union Nettetal mit dem Thema Drogenberatung und "Der Stoff aus dem die Träume sind". Referent war Hans Josef Kampe, Vorsitzender der Suchtberatung für den Kreis Viersen "Verein Kontakt - Rat Hilfe e.V." Zahlen: 852 Klienten, davon 114 in Nettetal, 332 Viersen, 117 Willich, Brüggen 24, Grefrath 28, Kempen 78, Niederkrüchten 17, Schwalmtal 41, Tönisvorst 42, außerhalb Kreis Viersen 43, ohne Wohnortangabe 16. Nach Geschlecht: 577 männlich, 270 weibliche, ohne Angaben 5. Nach Symptomatik: Konsum illegaler Substanzen: 383, Konsum legaler Substanzen 301, pathologisches Glücksspiel 13, Angehörigenarbeit 30, Essstörung 8, ohne Angabe 117. cle Info: Drogenberatung im Kreis Viersen "Kontakt - Rat - Hilfe e.V. Vorsitzender Hans-Josef Kampe, Stellvertreter Walter Pöpel, Leiter Reiner Lennertz. Hauptstelle Viersen-Dülken, Kreuzherrenstraße 17, Tel. 0216296110. Büros in Kempen, Willi und Nettetal-Lobberich, Süchtelner Str. 1, Tel. 02153/12 17 82 8. Angebote die aus der Sucht heraus führen:; Ambulante - aufsuchende Hilfe, Psychosoziale Beratung und Betreuung, Ambulante Rehabilitation, Suchtbegleitende Hilfe, Angehörigenarbeit, Selbsthilfe, Koordination der Suchtarbeit im Kreis Viersen, Betriebliche Suchtarbeit, Fachstelle für Suchtvorbeugung, Grenzübergreifende Hilfen, Betreutes Wohnen