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Freitag, 25. Juni 2010

"Vom Kalten Krieg ins museale Zeitalter Deutschlands."

Von: Senioren Union

Senioren Union Nettetal auf Spurensuche im Ahrtal

Nettetal/Ahrweiler. Ein Nickerchen im Bett des Bundespräsidenten. Eine Sitzprobe am Schreibtisch des Bundeskanzlers - und eine Kurzkonferenz im Besprechungsraum des Bundespräsidenten. Die Senioren Union Nettetal (SU) war am Dienstag auf "Eifel Bunker Tour". Sie besuchte das noch vor 20 Jahren geheimste Bauwerk der Bundesrepublik, den "Ausweichsitz der Verfassungsorgane".

Hier wurde der Wahnsinn des Kalten Krieges, aber auch die Kriegsplanung des Kaiserreichs erschreckend deutlich, resümierte Rektor Kurt Heinrich, langjähriger Leiter der Katholischen Grundschule Lobberich.

"Überzeugend wird jetzt aber auch dokumentiert, dass mit dieser Anlage nie mehr ein Krieg unterstützt werden wird und nie mehr unterstützt werden kann." ergänzte SU-Vorsitzender Alois Hackenbruch, der mit Arno Berger, die Jahrestour der SU organisiert hatte. Erstaunlich war, dass sich auch viele Amerikaner, Niederländer und Belgier für das Bauwerk interessierten.

"Das war ein Kind des kalten Krieges. Gut das wir diesen Bunker nie gebraucht haben und jetzt mit all unseren Nachbarn in Frieden leben."

Die Teilnehmer erfuhren, dass schon der preußische General von Schlieffen die Pläne für eine Schmalspur-Eisenbahn durch die Berge des Ahrtals plante um "Nachschub, Menschen und Material schnell an die belgische und französische Grenze zu transportieren." Im 1. Weltkrieg waren die langen Tunnelbauten fertig. Der Nachschub zu den blutigen, Schlachtfeldern in Belgien und Frankreich rollte zu einem großen Teil durch die Ahr-Tunnel. Vor 75 Jahren wurden die Tunnel zur Champignonzucht benutzt "Um unabhängig von den französischen Champignon werden." Doch 1942, nachdem die Raketen-Fabriken in Peenemünde von alliierten Fernbombern fotografiert und vom alliierten Bombern bombardiert wurden, wurden Teile der Raketenwaffen von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen im Ahrtunnel montiert. 1942 sprengte die französische Armee Teile der Tunnelanlage. Aber schon 1950 wurde mit der Planung eines bombensicheren Regierungsbunkers beginnen,. 1960 entschied man sich für den Standort "Ahrtal". 1962 wurde mit dem Ausbau des 17,3 Kilometer langen Bunkersystems begonnen.936 Schlafräume und 897 Büros, außerdem Küchen, Werkstätten, Kranken- und Maschinenräume wurden gebaut. 1971 war der Bunker fertig. Mehrmals übten Teile der Bundesregierung hier. Nach dem Fall der Mauer wurde 2001 bis 2006 das Bunkersystem "rückgebaut." Eine 203 Meter lange Strecke mit Seitentrakten wurde als Museum erhalten.

"Das muss man gesehen haben, um den Wahnsinn eines Atomkrieges zu begreifen." so Hackenbruch. Nach zwei Stunden im ehemaligen Regierungsnbunker gings zum Mittagessen nach Heimersheim, daran anschließend zum Stadtbummel ins mittelalterliche Ahrweiler. Gesellschaftlicher Höhepunkt war die abendliche Rotweinprobe beim Winzerverein Ahrweiler.

Die Nettetaler erfuhren dabei viel über die gesundheitsfördernde Wirkung des Rotweins. Beifall gab`s für den langjährigen CDU Kreisgeschäftsführer Ekkehard Lesch, der die Nettetaler Senioren schon vor zehn Jahren durch Ahrweiler führte und auch diesmal über Infrastruktur, Wirtschaft und Perspektiven der "modernen Region Bad Neuenahr-Ahrweiler". Informierte.

Alois Hackenbruch versprach: Wir werden jetzt öfter kommen. Nicht wieder zehn Jahre verstreichen lassen.